Steinadler in den Hohen Tauern

Steinadler_Foto NPHT_M.Kurzthaler

15 Jungvögel erblickten 2016 in den Hohen Tauern das Licht der Welt. Diese Reproduktionsrate entspricht dem guten Schnitt der vergangenen Jahre. Die Kinderstube ist derzeit gut gefüllt und der Bestand der Steinadler in den Hohen Tauern stabil. 42 Adlerpaare haben ihr Revier im Nationalpark Hohe Tauern. Das Revier eines Steinadlerpaares misst je nach Lebensraumqualität 50 – 150 km² und Eindringlinge (andere Adler) werden nicht geduldet.

Beinahe die Hälfte des Steinadlernachwuchses (sieben Jungvögel) kam im Salzburger Anteil der Hohen Tauern zur Welt, in Kärnten flogen fünf Jungvögel aus und in Tirol drei. Wobei es in Tirol nicht klar ist, ob beide Nestlinge ausgeflogen sind oder nur einer (Kainismus). „Seit 2003 führen wir ein Monitoring bei den Steinadlern durch. Ziel des Projektes ist der Schutz des Steinadlers, welcher auf der Roten Liste der geschützten Arten steht. Monitoring ermöglicht es uns dabei, Bestandstrends zu erkennen und den Reproduktionserfolg zu ermitteln. Derzeit ist der Nationalpark Hohe Tauern ein perfekter Lebensraum für die Könige der Lüfte. Spannend wird es sein, ob sich klimatische Veränderungen auf diese Wildart auswirken,“ so Peter Rupitsch, Direktoriumsvorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern.

Begonnen hat das Steinadlermonitoring mit der wissenschaftlichen Basiserhebung „Aquilalp“ in den Jahren 2003 bis 2005. Damals wurde in sämtlichen ostalpinen Schutzgebieten der Steinadlerbestand erhoben, Horste kartiert, Lebensräume sowie Lebensbedingungen erforscht und ein Monitoring aufgebaut. Seit 2011 werden jährlich Horste durch Nationalpark Ranger, Jägern und Förstern kontrolliert und die Populationsentwicklung aufgezeichnet. Viele Entscheidungen in Bewilligungsverfahren – etwa bei Hubschrauberflügen – stützen sich auf Daten aus dem Steinadler-Monitoring.

Steckbrief Steinadler:

Der Steinadler ist ein mächtiger Greifvogel mit bis zu 220 cm Flügelspannweite. Altere Vögel wirken sehr dunkel, Jungvögel fallen durch die weißen Flügelflecken und den weißen Schwanz mit schwarzer Endbinde auf. Charakteristisch sind weiters die stark gefingerten Handschwingen und der eher breite Schwanz. Seinen „stolzen“ Blick verdankt der Steinadler besonderen Knochenausbildungen über den Augen.

Steinadler leben in einer monogamen Dauerehe und brüten an Felsen oder in großen Bäumen. Jedes Adlerpaar besitzt mehrere Horste, jährlich wird aber immer nur eines benutzt. Die Horstplätze des Steinadlers liegen meist unterhalb der Jagdreviere, da der Transport der Beute nach unten einfacher ist. Steinadler jagen im bodennahen Flug und versuchen dabei, ihre Beute auf kurze Distanz zu überraschen. Beutetiere sind meist bodenbewohnende kleine bis mittelgroße Säugetiere, die der Steinadler mit seinen äußerst starken Zehen und Krallen tötet. Das Revier eines Steinadlerpaares misst je nach Lebensraumqualität 50 – 150 km².

Kainismus kommt auch bei den Steinadlern vor. Kainismus ist das Phänomen, dass das Schwächere (meist Zweitgeboren) bei den Küken oft zugrunde geht, da es sich bei der Fütterung gegen das Stärkere nicht durchsetzen kann. In manchen Fällen ist es sogar so, dass das erstgeborene Adlerküken sofort nach dem Durchstoßen der Eierschale das Zweitgeborene attackiert bis dieses stirbt.

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Für weitere Informationen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Dr. Gunther Gressmann, Tel: 04875 5161-6877

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